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Neubau einer Villa
Wohnen, Konzertsaal, Filmstudio

Wellenhaus, Hessen

2003-2004

 

Internationaler Wettbewerb, 1. Preis, 2001
Auszeichnung Joseph-Maria-Olbrich-Plakette für vorbildliches Bauen, BDA Hessen, 2008

 

 

Um eine Lösung für das vorhandene schwierige Grundstück zu finden, führten die Bauherren einen internationalen anonymen Wettbewerb durch. Gefordert war neben üblichen Wohnräumen ein Konzertsaal, ein Filmstudio, Räume für die Kunstsammlung und Wellnessbereiche.

 

Das Ziel unserer Arbeit war das Herausarbeiten und Sichtbarmachen der landschaftlichen Gegebenheiten und damit das Einbinden in den Ort. Daher soll sich das Gebäude aus den Höhenlinien entwickeln und seine Geschosse sollen einander- wie sich überschlagende Wellen - überlagern. Auch die Passion des Bauherrn- Segeln und Unterwasserfilmen - sollen sich in dem Gebäude wiederspiegeln.
Das Spiel mit Licht und Schatten, das Auflösen von abgeschlossenen Räumen, das Verschmelzen von Aussen- und Innenräumen soll durch die Form des Gebäudes gestützt werden.

 

"Größe und Herrlichkeit" fordert Palladio in seinen vier Büchern der Architektur. Unser Entwurf wagt den Versuch, palladianische Vorgaben modern zu interpretieren und den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Auch bei unserem Entwurf finden sich Vorfahrt und Torbogen, Seitenflügel und repräsentative Treppenhäuser. Aber ihre Gestalt imitiert nicht sinnentleert alte Formen, sondern entwickelt sich aus dem Ort, der Landschaft, der Konstruktion und findet eine eigene formale Sprache, die dem Bauherrn und Nutzer neue und ungewohnte räumliche Qualitäten bietet.

 

Die Architekten wurden im Dezember 2001 mit der Planung beauftragt. Grundlage der Planung war die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Wettbewerbsarbeit. Der Baubeginn erfolgte im März 2003 und die Fertigstellung im November 2004.

 

Fotos: Christian Richters

© Reichel Architekten / 2017